Erfrischungskarte

Erfrischungskarte

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Die Erfrischungskarte ist ein Beispiel dafür, dass Open Data nicht nur Transparenz und Offenheit schafft, sondern auch Analysen und Anwendungen ermöglicht, um den Alltag ein kleines bisschen angenehmer zu machen und uns die Stadt auf neue Art und Weise erkunden lässt.

Hintergrund

Berlin liegt bekanntermaßen in einer gemäßigten Klimazone mit warmen Sommern und milden Wintern, gleichzeitig aber launischen, unbeständigen Wetterlagen. Das führt dazu, dass wir an einem Tag auf der Suche nach einem wärmenden Sonnenstrahl sind und uns am nächsten vielleicht schon wieder schwitzend nach einer frischen Brise sehnen. Gerade das Schwitzproblem dürfte in Zukunft aber ein größeres werden: Der Klimawandel sorgt an vielen Orten für immer heißeres, trockeneres Wetter. Laut Auswertungen des Landesamts für Umwelt steigt die Anzahl an Sommer- und Hitzetagen in den nächsten Jahren signifikant an. Die Region könnte außerdem Tage mit mehr als 40 Grad bekommen was es bisher so nicht gab. Eine derartige Hitze belastet aber den menschlichen Organismus stark, der sich immer auf ungefähr 37 Grad halten muss.

Die Untersuchung des Stadtklimas ist deshalb ein wichtiger Aspekt in der Stadtentwicklung und -planung, um die Lebensqualität zu erhöhen und Stadtbewohner*innen weniger gesundheitlichem Risiko auszusetzen. Drei wichtige Faktoren, die ein lokales Klima ausmachen sind Beschattung, Lufttemperatur und Kaltluftentstehung. Aufgrund der differenzierten Topographie kann es zum Teil erhebliche Unterschiede innerhalb des Stadtgebietes geben. So sind z.B. im Sommer Unterschiede von mehr als 5 °C bei der Tiefsttemperatur zwischen bestimmten Gebieten der Innenstadt und des Stadtrands ohne weiteres möglich.

Was zeigt die Erfrischungskarte?

Klimatische Unterschiede in der Stadt besser verstehen und erfrischende Orte finden, dabei hilft die Erfrischungskarte, eine Webkarte vom Berliner Stadtgebiet, die Temperaturverhältnisse, Kaltluftverhältnisse und Schattenbereiche visualisiert. Diese Daten können für jede Stunde des Tages zwischen 9 und 20 Uhr angezeigt werden. Die Karte gibt also Informationen darüber, an welchen Orten vergleichsweise höhere oder niedrigere Temperaturen vorherrschen und zu welchen Uhrzeiten wo Schatten und Sonne zu erwarten sind. Es werden außerdem verschiedene Orte, wie Freibäder, Grünanlagen und Wasserspielplätze angezeigt, an denen sich die Bürger*innen in Berlin an heißen Tagen erfrischen können. Mittels der Teilfunktion können Nutzer*innen Ihren Lieblingsort abspeichern und teilen.

Datengrundlage und Methode

Informationen über Erfrischungsmöglichkeiten und Klima in der Stadt stehen frei zugänglich als Open Data zur Verfügung. Für die Bürger*innen sind diese Daten jedoch nicht immer leicht zu finden. Es gibt zwar Daten und Karten dazu, jedoch nicht in dieser kombinierten, neu klassifizierten und interaktiven Form. Was sogar komplett neu für Berlin ist, ist die Visualisierung von Schatten über den Tagesverlauf. Diese Informationen sind nirgendwo anders in dieser Form zu finden. Die Informationen zu Temperatur und Kaltluft beruhen auf weiterverarbeiteten Klimamodelldaten von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen. Für beide Themen liegen Daten für unterschiedliche Zeitpunkte des Tages vor. Diese Daten wurden interpolieren, um Daten für jede Stunde des Tages zu erhalten. Die Schatten wurden aus einem digitalen Geländemodell berechnet. Ergänzt wird die Karte durch Points of Interests, also Orten die im Zusammenhang mit den Daten interessant sein könnten. Diese stammen aus verschiedenen Quellen: Die Koordinaten der Grünanlagen wurden aus einem Datensatz zum öffentlichen Grünanlagenbestand erstellt. Dieser wird durch die bezirklichen Straßen- und Grünflächenämter gepflegt und im Berliner Geodatenportal zur Verfügung gestellt. Die Standorte der Zierbrunnen finden sich ebenfalls im Geodatenportal, und sind Bestandteil des umfangreichen ATKIS-Datensatzes, der regelmäßig durch die bezirklichen Vermessungsämter aktualisiert wird. Die Standorte der Badestellen und Strandbäder stammen vom Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo). Die Informationen zu Freibädern und Schwimmhallen stehen derzeit nur als Liste über Berlin.de bereit. Sie wurden mittels Webscraping in einen Geodatensatz überführt. Bänke, Picknicktische und Trinkbrunnen wurden aus Open Street Map exportiert, einer frei zugänglichen Sammlung von Geodaten. Den kompletten, für diese Anwendung aufbereiteten Datensatz findet ihr hier.

Die verarbeiteten Daten und die Skripte zur Datenprozessierung sind in diesem Repository zu finden.